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Williams · 1976

Grand Prix

Grand Prix, Backglas

Der Williams Grand Prix aus dem Jahr 1976 ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten elektromechanischen (EM) Flipperautomaten der Flipper-Geschichte. Er gilt als ein Meilenstein, da er in der Übergangsphase von der rein mechanischen Relais-Technik zur modernen Computertechnik (Solid-State) gebaut wurde.

Mit 10.554 produzierte Einheiten ist der Grand Prix der am zweithäufigsten gebaute 4-Spieler-EM-Flipper von Williams. Rund 4.800 Geräte gingen damals direkt in den weltweiten Export. Das Spieldesign stammt vom legendären Steve Kordek, während das unverkennbare 70er-Jahre-Artwork von Christian Marche entworfen wurde.

Der Grand Prix steht für das Ende der elektromechanischen Ära bei Williams. Bis Dezember 1977 stellte Williams seine Produktionsstraßen komplett auf digitale Elektronik um.
Spannendes Detail: Der Automat diente im Hintergrund als Testobjekt für die neue Technik. Williams-Ingenieur Ken Fedesna entwickelte auf Basis des Grand Prix fünf seltene Solid-State-Prototypen mit dem brandneuen „System 1“-Computerboard. Wer heute einen normalen Grand Prix besitzt, hat jedoch die klassische Variante, die vollständig über mechanische Relais, Schrittschaltwerke und einen Score-Motor gesteuert wird.

Das Thema des Flippers ist der Motorsport (Formel 1 / Auto-Rennen). Das charakteristische Backglass (die Kopfscheibe) zeigt eine Rennszene vor der Kulisse des Hafens vom Fürstentum Monaco. Christian Marches Kunststil ist stark von den geometrischen, fast kubistischen Formen der 1970er-Jahre geprägt, was dem Flipper einen enormen Retro-Charme verleiht.

Der Flipper ist für bis zu 4 Spieler ausgelegt und besitzt ein extrem schnelles, symmetrisches Spielfeld-Layout. Zu den wichtigsten Features gehören:

Das Bonus-System: Das primäre Ziel ist es, den Bonuswert zu maximieren und diesen über die Auswurflöcher („Saucer“) links oder rechts einzusammeln. Die Bonus-Leiter wird danach auf Null zurückgesetzt. Man kann den Bonus also pro Kugel mehrfach abräumen.

Drop-Targets & Sterne: Trifft man die Fallziele-Paare A/B oder C/D, rückt der „Stern-Wert“ von 1 auf 4 vor. Dadurch aktivieren sich der Doppel-Bonus, Extra-Bälle oder „Specials“ (Freispiele) auf den Außenbahnen.

Zwei Spinner-Bahnen: Die rotierenden Zielscheiben („Spinning Targets“) beschleunigen die Kugel und jagen den Bonus-Zähler rasant in die Höhe, was von dem typisch ratternden EM-Sound begleitet wird. Schießt man die Kugel mit voller Wucht durch den Spinner, rattert das mechanische Zählwerk ununterbrochen – das ist die effektivste Methode, um abseits des Bonus-Systems schnell zehntausende Punkte zu erzielen.

Das falsche „Formel-1-Auto“ auf dem Spielfeld
Der Flipper ist optisch voll auf den Großen Preis von Monaco getrimmt – das weltberühmte Hafenbecken und die engen Kurven sind unverkennbar auf dem Backglass abgebildet.
Schaut man sich das Artwork des Zeichners Christian Marche jedoch genauer an, fällt F1-Puristen ein kurioses Detail auf: Die gezeichneten Rennwagen auf dem Spielfeld ähneln teilweise eher den amerikanischen IndyCar- oder Can-Am-Rennwagen als echten zeitgenössischen Formel-1-Boliden der Saison 1976 (wie dem legendären Ferrari von Niki Lauda oder dem McLaren von James Hunt). Da Williams ein amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Chicago war, flossen beim Design unbewusst Elemente des US-Motorsports ein.

Grand Prix, Backglas
Backglas · Zoom
Grand Prix, Spielfeld
Spielfeld · Zoom
Grand Prix, Maschine
Maschine · Zoom