Williams · 1974
Star Pool

Der Williams Star Pool ist ein klassischer, elektromechanischer (EM) Flipperautomat, der vor allem in seiner Version von 1974 große Bekanntheit erlangte. Er gilt unter Sammlern als ein Meilenstein der Flipper-Kunstgeschichte.
Das Design des Kopfteils (Backglass) und des Spielfelds stammt von Marche. Dieser Automat hat in Sammlerkreisen einen besonderen historischen Stellenwert: Es ist die letzte Flipper-Maschine im berühmten „Pointy People“-Stil (eckige, geometrische Menschendarstellungen), der das Flipper-Design der späten 1960er und frühen 1970er Jahre massiv geprägt hatte.
Der Star Pool ist für ein elektromechanisches Gerät spielerisch sehr abwechslungsreich gestaltet:
Der Center-Spinner: Mitten auf dem Spielfeld befindet sich ein ungewöhnlicher, horizontaler Dreh-Spinner. Trifft man ihn richtig, dreht er sich rasant und treibt die Punkte in die Höhe – birgt aber auch das Risiko, dass die Kugel direkt mittig ins Aus („Drain“) gelenkt wird.
Das Billard-Thema: Auf dem Feld sind zehn Stand-Up-Targets verbaut, die den Billardkugeln nachempfunden sind.
A-B-C-D Drop Targets: An den Seiten befinden sich vier Fallziele (Drop Targets). Gelingt es dem Spieler, alle vier Ziele zu versenken, wird der Double Bonus (doppelter End-of-Ball-Bonus) aktiviert.
Kugel-Rückführung: Auf der rechten Seite besitzt das Gerät ein sogenanntes „Ball Return Gate“. Wenn dieses leuchtet und geöffnet wird, rettet es eine eigentlich verlorene Kugel aus der Außenbahn zurück zum Abschuss.
Im Winter 1974 stand der US-amerikanische Flippermarkt unter massivem Druck durch die aufkommenden ersten Videospiele (wie Pong). Flipperhersteller mussten um ihr Überleben kämpfen.
Die Rettung durch Europa: Williams traf mit dem Billard-Thema den exakten Nerv des europäischen Publikums. Von den 6.950 gebauten Geräten gingen über 74 % (5.193 Einheiten) in den Export – primär nach Westdeutschland, Frankreich und Großbritannien. Ohne den enormen Exporterfolg von Geräten wie dem Star Pool hätte Williams die Krise Mitte der 70er Jahre finanziell kaum so stabil überstanden, um kurz darauf die Revolution der digitalen Solid-State-Flipper einzuleiten.


