Flipper → Gottlieb

Gottlieb · 1975

Spirit of 76

Spirit of 76, Backglas

Der Spirit of 76 den Gottlieb Ende 1975 auf den Markt brachte war einer der letzten großen Erfolge mechanischer Gottlieb Flipper. Nicht ganz unschuldig daran war sicherlich das Thema des Flippers, die Gründung der Vereinigten Staaten sowie der Zeitpunkt der Auslieferung just zum 200.sten Jahrestag der Unabhängigkeit. Das Thema und das patriotische Design des Flippers traf voll den Nerv der Amerikanischen Bevölkerung. Entworfen wurde der Flipper von Ed Krynski und Wayne Neyens (Design), das Design stammt wie immer von Gordon Morison. Für Wayne Neyens war es nach 27 Jahren bei Gottlieb der letzte Flipper an dessen Entwicklung er beteiligt war.

Während einer Besprechung fragte der damaige Gottlieb-Präsident Judd Weinberg seine Designer welche Verkausfzahlen sie für den Spirit erwarten würden. Während Wayne nichts sagte prognostizierten alle anderen Entwickler Verkaufszahlen zwischen 2500 und 3000 Maschinen. Judd Weinberg bemerkte das Wayne nichts dazu sagte und fragte diesen explizit nach seiner Meinung. Als Wayne dann 10000 verkaufte Maschinen voraussagte entgegnete Judd Weinberg amüsiert das er ihm persönlich ein Exemplar nach Hause liefern würde wenn diese Voraussage zutreffen würde. Da die Numerierung beim Spirit mit der Nummer 3001 begann wurde Wayne dann tatsächlich die Maschine mit der Seriennummer 13000 nach Hause geliefert! Wayne behielt also Recht. Der Spirit of 76 war der einzige Flipper in seinem Privatbesitz! Er stand jahrzehntelang in seinem Haus in Mountain Home (Arkansas) und wurde gehegt und gepflegt, bevor er ihn im hohen Alter dem Pacific Pinball Museum stiftete. Neyens wurde übrigens stolze 104 Jahre alt und verstarb erst im Sommer 2022

Das Jahr 1976 stand in den USA derart im Fokus, dass sich die großen Flipper-Hersteller (die damals fast alle in Chicago saßen) eine regelrechte Schlammschlacht um das beste Jubiläums-Design lieferten. Es war der sogenannte Bicentennial War:Gottlieb preschte mit dem Spirit of 76 vor. Bally konterte mit dem Flipper Freedom. Williams zog mit dem Modell Liberty Bell nach. Gottlieb gewann das Duell bei den Verkaufszahlen der mechanischen Gerätehaus-Modelle haushoch. Die Symmetrie des Spielfelds traf exakt den Nerv der Spieler.

Der Spirit of 76 ist streng symetrisch aufgebaut. Am oberen Spielefeldrand finden wir die klassischen 3 Lanes, hier mit B-C-D bezeichnet und direkt darunter die Schlagtürme in klassischer 3er Anordnung.

In der Spielfeldmitte befindet sich ein Kugelfangloch, welches je nach getroffenen Lanes und Targets Doppelbonus, Extraball odder Special wertet. Etwas darunter befinden sich links und rechts davon die beiden vierfach-Targetbänke deren Targets mit 1776 und 1976 bedruckt sind. Noch weiter aussen neben den Targetbänken ganz am Spielfeldrand finden wir dann die A und die F-Lane.

Am unteren Spielfeldrand finden sich dann die beiden Flipperfinger sowie auf jeder Seite eine Out- und zwei Inlanes! Slingshoots fehlen dafür völlig. An den Inlanes kann man die Buchstaben A-B-D und E erspielen. Somit sind mit Ausnahme der C-Lane alle Buchstaben doppelt vorhanden.

Komplettiert der Spieler alle Lanes A-B-C-D-E erhält er am mittleren Kugelfangloch eine Extraballchance. Werden alle acht Targets (1776-1976) getroffen, kann man Doppelbonuswertung bekommen. Schafft der Spieler beides, wertet das Kugelfangloch ein Special.

Der Spirit of 76 war einer der großen kommerziellen Erfolge der Firma Gottlieb. Spielerisch hat er eigentlich nur das Defizit das die Targets, wenn sie einmal getroffen wurden, nicht wieder aufgestellt werden. Somit fehlen dem Spieler Ziele auf dem Spielfeld die das weitere Spiel interessanter gestalten, da nur noch die Lanes als Punktelieferanten übrig bleiben.

Mein Spirit of 76 wure inzwischen so mpdifiziert das die TArgets wieder aufgestellt werden, was den Spielspaß sichtlich erhöht.

Die extrem seltene Ableger-Version des Flippers namens New York (nur 300 Stück gebaut) erzählt eine politische Kriminalgeschichte. Seit den 1940er Jahren waren Flipper-Automaten in New York City vom berüchtigten Bürgermeister Fiorello LaGuardia strikt verboten worden. Er behauptete, sie seien Glücksspiel, würden der Jugend das Geld aus der Tasche ziehen und die Automatenindustrie würde komplett von der Mafia (der Cosa Nostra) kontrolliert. LaGuardia ließ medienwirksam Tausende Flipper mit Vorschlaghämmern zertrümmern und im Hudson River versenken. Erst im Frühjahr 1976 wurde das Verbot nach über 30 Jahren offiziell aufgehoben, nachdem der Flipper-Verband vor Gericht bewies, dass Flippern ein Geschicklichkeitsspiel ist. Gottlieb feierte diese “Befreiung” New Yorks, indem sie das Spirit of 76-Design exklusiv für den dortigen Markt als New York-Sonderedition mit veränderten Backglass-Motiven herausbrachten.

Spirit of 76, Backglas
Backglas · Zoom
Spirit of 76, Spielfeld
Spielfeld · Zoom
Spirit of 76, Maschine
Maschine · Zoom