Flipper → Gottlieb

Gottlieb · 1971

Orbit

Orbit, Backglas

Der Orbit kam 1971 auf den Markt. Er war eine der ersten Maschinen mit dem Vari-Target. Das Vari-Target ist ein Feature, welches nur bei Gottlieb anzutreffen ist. Es ist ein Ziel, welches abhängig von der Stärke des Treffers verschiedene Wertungen ergibt. So wertet das Vari-Target des Orbit je nach Treffer zwischen 1000 und 5000 Punkten sowie zwischen 1 und 5 Bonuspunkten.

Da die Verkaufszahen des Flippers für Gottlieb’s Verhältnisse gut waren, brachte Gottlieb zwei Monate später auch eine 2-Spieler-version mit dem Namen “Outer Space” auf den Markt, die opisch und vom Spielfeldaufbau völlig identisch war. Beide Maschinen verkauften sich zusammen 6450 mal, was für die damalige Zeit sehr gute Verkaufszahlen waren. 1983 versuchte Gottlieb dann die selbe Maschine noch einmal in elektronischer Version zu vermarkten, was aber mit nur 2100 Maschinen völlig mißlang. Die Spieler waren von Bally und Williams inzwischen andere Flipper gewohnt. Mit den doch relativ spartanisch ausgestatteten Flippern der 70er konnte niemand mehr etwas anfangen. Da nutzte auch das neue Outfit nichts.

Das Hauptziel beim Orbit besteht darin, den End-of-Ball-Bonus zu maximieren. Durch das Treffen bestimmter Segmente und das wiederholte Durchspielen der namensgebenden “Orbit”-Bahnen baut der Spieler einen Bonus auf, der beim Verlust der Kugel abgerechnet wird. Da es sich um ein rein elektromechanisches Gerät handelt, steuern mechanische Relais, Schrittschaltwerke (wie die Player-Unit) und ein Scoremotor den gesamten Ablauf im Gehäuse.

Das Artwork von Gordon Morison auf dem Kopfteil (Backglass) des originalen Orbit fängt perfekt den damaligen Zeitgeist des “Space Race” ein. Wer genau hinsieht, entdeckt eine lustige historische Ungereimtheit: Obwohl es sich um ein amerikanisches Gerät von Gottlieb handelt, gleicht die Kapsel des abgebildeten Raumschiffs verblüffend dem sowjetischen Wostok-Raumschiff (mit dem Juri Gagarin im Orbit war) – gemischt mit futuristischen Elementen. Flipper-Historiker scherzen oft, dass Morison sich bei der Inspiration heimlich aus Magazinen bedient hat, die eigentlich die Errungenschaften des Kalten-Krieg-Rivalen zeigten, um das Design rechtzeitig fertigzustellen.

Unser Orbit fand als Schlachtflipper den Weg zu uns. Technisch total sanierungsbedürftig, das Gehäuse über und über mit Ralleylack übermalt, gab er ein Bild des Jammers ab.
Deshalb fiel uns die Entscheidung, ihn zum Schauflipper umzubauen, relativ leicht.

So wurde die Lackierung des Gehäuses mit Hilfe alter Fotos aus dem Internet zum Großteil wieder hergestellt und der Flipper technisch restauriert. Anschließend bekam der Orbit zwei grosse Schaufenster links und rechts vom Gehäuse eingebaut. Ebenso wurde die Rückwand des Kopfteiles fast vollständig durch eine Glasscheibe ersetzt.
Nun kann man bei diesem Flipper wirklich die Technik arbeiten sehen und bekommt einen Eindruck, wie alles funktioniert und was sich in einem alten mechanischen Flipper so alles tut.

Seine Premiere als Showobjekt hatte der Orbit im Mai 2005 auf der Flipperausstellung im Umspannwerk Recklinghausen.

Orbit, Backglas
Backglas · Zoom
Orbit, Spielfeld
Spielfeld · Zoom
Orbit, Maschine
Maschine · Zoom