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Williams · 1967

Shangri-La

Shangri-La, Backglas

Der Williams „Shangri-La“ ist ein klassischer, elektromechanischer (EM) Flipperautomat, der im März 1967 von der Williams Electronic Manufacturing Company veröffentlicht wurde. Er zählt zu den großen Erfolgen der Flipper-Ära der späten 1960er-Jahre und erfreute sich insbesondere auf dem deutschen Markt enormer Beliebtheit.

Für das Spieldesign (Playfield) zeichnete der legendäre Flipper-Designer Steve Kordek verantwortlich. Die auffällige und farbenfrohe Grafik (Art Design) auf dem Backglass und dem Gehäuse stammt von Christian Marche. Interessanterweise war dies eines seiner ersten großen Flipper-Designs, das er bereits Ende 1965 entworfen hatte. Sein markanter, eckiger „Pointy“-Grafikstil prägte die Flipper-Optik der späten 60er und frühen 70er nachhaltig.

Besonderer Erfolg in Deutschland: Mit einer Produktionsauflage von 4.900 Stück rangiert der Shangri-La auf Platz 5 der meistproduzierten Williams-Flipper der 1960er-Jahre. Der anhaltende Erfolg führte dazu, dass Williams über das gesamte Jahr 1967 hinweg mehrere Produktionsläufe startete, um vor allem die hohe Nachfrage aus Deutschland zu bedienen.

Visuell dreht sich das Gerät um das mythische, im Himalaya verborgene Paradies Shangri-La, weshalb auf dem Backglass asiatisch anmutende Reisemotive und traditionelle Kleidung zu sehen sind.
Ein mechanisches Highlight auf dem Spielfeld ist die horizontale „Roto-Unit“ (ein rotierendes Target). Trifft die Kugel bestimmte Kontakte, dreht sich das Zielrad unter dem Spielfeld weiter und gibt neue Punktewerte oder Boni frei.

Typisch für die elektromechanische Ära erzeugt der Flipper seine Töne über 1–2 mechanische Glocken im Gehäuseboden sowie einen lauten „Knocker“ bei Freispielen.

Das wichtigste strategische Element ist das Sammeln von Zahlen (1, 2 und 3) in drei verschiedenen Farben: Rot, Weiß und Blau.

Über das Spielfeld verteilt befinden sich Überroll-Kontakte (Rollover Buttons) und seitliche Standup-Targets.
Jedes Mal, wenn Sie ein solches Ziel treffen, leuchtet die entsprechende Zahl in der jeweiligen Farbe auf dem Spielfeld oder auf dem Backglass auf.
Das Ziel: Schaffen Sie es, alle Kombinationen (1–3 in allen drei Farben) komplett zu beleuchten, qualifizieren Sie sich für das „Special“ (Freispiel).

Im Zentrum des Spielfelds befindet sich eine rotierende Vier-Seiten-Targeteinheit (die Roto-Unit).

Diese Einheit zeigt farbige Schilder mit der Zahl „1“ (in Rot, Weiß und Blau) sowie ein spezielles Stern-Target (Star).
Durch das Treffen der oberen drei Überrollbahnen oder der seitlichen Kontakte gerät das Rad unter dem Spielfeld in Rotation und wechselt die Ziele durch.
Treffen Sie das Stern-Target genau in der Mitte, aktivieren Sie sofort spezielle Spielfeld-Features oder beleuchten direkt die Freispiel-Gassen.

Die vier Jet-Bumper (Schlagtürme) im oberen Bereich des Flippers sind an das Sammelsystem gekoppelt. Zu Beginn des Balls geben sie Standardpunkte. Durch das gezielte Treffen der Standup-Targets und oberen Kontakte können Sie die Punktewerte der Bumper vervielfachen (sie fangen an zu leuchten). Ein gut kontrollierter Ball in einer voll beleuchteten Bumper-Zone bringt den Highscore extrem schnell nach oben.

Als Sicherheitsnetz gegen das vorzeitige Aus besitzt der Shangri-La auf der rechten Seite ein mechanisches Rücklauftor (Gate). Dieses Tor wird freigeschaltet, indem bestimmte Ziele im oberen Spielfeldbereich getroffen werden. Ist das Tor geöffnet, führt die rechte Außenbahn (Outlane) nicht ins Aus: Die Kugel rollt stattdessen direkt zurück in die Abschussbahn (Shooter Lane). Der Spieler erhält den Ball zurück und darf ihn für einen weiteren Versuch erneut abschießen.

Sobald das Hauptziel (Farb-/Zahlen-Kombinationen oder das Stern-Target) erreicht ist, leuchten die Außenbahnen (Outlanes) für das Special. Wenn die Kugel nun ins Aus rollt, während das Licht aktiv ist, erhält der Spieler ein sofortiges Freispiel (Replay) (bzw. ein Extra-Ball, je nach Aufsteller-Einstellung des Geräts).

Der Shangri-La markiert das exakte Ende einer technischen Ära bei Williams. Seit 1962 verbaute die Firma traditionell kleinere Flipperfinger aus purem Metall. Während der laufenden Produktion des Shangri-La im Jahr 1967 (ab Seriennummern über 80.000) stellte Williams die Fabrikation mitten im Jahr komplett um. Späte Modelle des Shangri-La wurden plötzlich mit den heute vertrauten, weißen Flipperfingern aus Kunststoff (Plastic Flipper Bats) ausgeliefert. Wer heute ein Modell mit den originalen Metallfingern besitzt, hat ein echtes Sammlerstück aus den allerersten Produktionswochen.

Shangri-La, Backglas
Backglas · Zoom
Shangri-La, Spielfeld
Spielfeld · Zoom
Shangri-La, Maschine
Maschine · Zoom