Gottlieb · 1981
Pink Panther

Der Pink Panther (Der rosarote Panther) ist ein legendärer Flipperautomat, der im März 1981 von D. Gottlieb & Co. auf den Markt gebracht wurde. Er basiert auf der weltberühmten Zeichentrick- und Filmreihe rund um den tollpatschigen Inspektor Clouseau und den eleganten rosaroten Panther. Heute gilt er unter Sammlern als echtes Kultobjekt, das vor allem in Europa extrem selten zu finden.
Zu jener Zeit wurde Gottlieb vom Filmstudio Columbia Pictures übernommen. Das Studio nutzte Gottlieb gezielt, um Flipperautomaten als Werbeträger für bekannte Film- und Medienlizenzen zu produzieren (wie auch bei James Bond oder Buck Rogers). Die kommerzielle Lizenz für den Pink Panther war für Gottlieb extrem teuer. Aufgrund der vergleichsweise geringen Produktionsmenge von nur 2.840 Geräten ist es bis heute fraglich, ob Gottlieb die Lizenzgebühren jemals wieder einspielen konnte.
Der Pink Panther war Gottliebs allererstes Spiel auf der “System 80”-Plattform, das einen 3-Ball-Multiball bot. Um das Gameplay dynamischer und schneller zu machen, erhöhte Gottlieb bei diesem Modell zudem die Spulenspannung für die Flipperfinger. Es war außerdem das letzte Gerät, das die klassische “Tones Only”-Soundplatine nutzte.
Das Spielfeld und das Gehäuse greifen die typischen Motive der Serie auf: Diamanten, ein zentraler Rubin und der rosarote Panther, der mit seiner Beute flieht. Untermalt wird das Spielgeschehen von Henry Mancinis weltberühmter Titelmelodie.
Das zentrale Thema des Spiels ist das Stehlen des legendären “Pink Panther”-Diamanten. Auf dem Spielfeld sind fünf rosafarbene Diamanten-Inserts kreisförmig angeordnet.
Auf der linken und rechten Seite des Spielfelds befinden sich Drop-Target-Bänke (Fallziele). Jedes Mal, wenn man eine komplette Bank abräumt, leuchtet einer der Diamanten auf dem Spielfeld auf. Jeder gesammelte Diamant erhöht den Bonus-Multiplikator am Ende der Kugel (2x, 3x, 4x, 5x). Wenn man alle 5 Diamanten sammelt, wird ein Spezial-Bonus freigeschaltet.
Der Multiball ist das lukrativste Feature des Spiels, erfordert aber präzise Schüsse. Kugeln einlocken (Lock): Im oberen Bereich des Spielfelds befinden sich zwei vertikale Kanäle (Kugellocks). Man muss nacheinander zwei Kugeln präzise in diese Loops schießen, damit sie dort physisch festgehalten werden. Den Multiball auslösen: Sobald die ersten beiden Kugeln eingeloggt sind, wird die dritte Kugel in die Abschussbahn gelegt. Schießt man diese ins Spiel, werden die beiden blockierten Kugeln freigegeben.
Während des Multiballs sind alle erzielten Punkte auf dem Spielfeld verdoppelt. Zudem ist dies die beste Gelegenheit, die Drop-Targets extrem schnell abzuräumen, da permanent Action auf dem Feld ist.
Das obere Bagatelle-Feld (Skill Shot): Beim Abschuss der Kugel landet diese in einem kleinen, vom restlichen Spielfeld abgetrennten Bereich mit Pins (ähnlich einem Pachinko-Spiel). Je nachdem, in welche Gasse die Kugel fällt, sammelst man sofort Bonuspunkte oder aktiviert bestimmte Spielfeld-Lichter. Oberhalb der Flipperfinger befinden sich dreieckige Schlagkontakte (Slingshots), die die Kugel extrem unberechenbar und schnell machen. Durch die von Gottlieb erhöhte Spulenspannung ist hier besondere Vorsicht geboten, um die Kugel nicht ins Aus (Outlane) fliegen zu lassen. Bestimmte Kombinationen aus den Drop-Targets beleuchten die Seitengassen (Outlanes) für einen wertvollen Extra-Ball oder ein Freispiel (Special).
Wenn man das Cabinet (Gehäuse) und das Backglass genau betrachtet, fällt ein kurioses Detail auf: Das Spiel erzählt eine völlig andere Geschichte als die Filme! In den Hollywood-Streifen jagt der tollpatschige Inspektor Clouseau bekanntlich den Meisterdieb, um den „Rosa Panther“-Diamanten zu retten. Auf dem Flipper ist es jedoch der rosarote Panther selbst, der als Dieb agiert! Das Artwork zeigt die ikonische Raubkatze, wie sie mit Säcken voller Juwelen und Diamanten aus einer abgedunkelten Villa flieht – dicht gefolgt von einer attraktiven, weiblichen Juwelendiebin. Inspektor Clouseau sucht man auf dem Haupt-Artwork vergeblich.

Die Figur Pink Panther entstand für den Vorspann der Kriminalkomödie Der rosarote Panther (Originaltitel: The Pink Panther, 1963) von Regisseur Blake Edwards. Im Film geht es um einen wertvollen pinkfarbenen Diamanten namens „Pink Panther“ (mit einem Makel, der im Inneren die Silhouette eines Sprungpanthers zu zeigen scheint).
Die animierte Titelsequenz (gestaltet von Friz Freleng und David H. DePatie) war so erfolgreich, dass der schlanke, rosafarbene Panther eine eigene, sehr erfolgreiche Zeichentrickserie (1969–1979) bekam. Im deutschen Sprachraum ist die Zeichentrickfigur vor allem als Paulchen Panther bekannt.


