Flipper → Bally

Bally · 1971

Mariner

Mariner, Backglas

Der Bally Mariner ist ein klassischer, elektromechanischer Flipperautomat (EM), der 1971 von Bally auf den Markt gebracht wurde.

Es wurden nur 2.000 Stück gebaut. Das macht den Flipper im Vergleich zu anderen Bally-Modellen der Ära außerordentlich rar. Experten schätzen, dass weltweit heute vermutlich nur noch rund 300 funktionstüchtige Exemplare existieren. Bally brachte zeitgleich eine 2-Spieler-Version dieses Automaten unter dem Namen „Sea Ray“ heraus. Der Mariner selbst ist die Ausführung für bis zu 4 Spieler. Das optische Thema dreht sich komplett um die Seefahrt (Mariner/Seemann). Das farbenfrohe Backglass zeigt ein maritimes Comic-Design mit Segelbooten und Seeleuten.

Für einen Flipper aus den frühen 1970er Jahren bietet der Mariner eine erstaunliche Spieltiefe und innovative Mechaniken, weshalb die geringe Produktionsmenge in der Szene bis heute überrascht.

Der Durchlauf (Left Lane Loops). Auf der linken Seite des Spielfelds befindet sich eine markante, geschwungene Bahn. Das Treffen dieser Bahn schaltet nacheinander (oder gleichzeitig) bis zu 4 verschiedene Features frei.

Der „Up Post“: Eines der Highlights auf dem Spielfeld ist ein kleiner, mechanischer Pfosten zwischen den unteren Flipperfingern (Up Post). Wird er über die linke Bahn aktiviert, fährt er hoch und verhindert für eine gewisse Zeit, dass die Kugel direkt „ins Aus“ (Center Drain) rollt.

Kick-Out Hole & Bonus-System: Direkt nach dem Kugelabschuss kann die Kugel in ein oberes Auswurfloch (Kick-Out Hole) gelangen, welches den bisher gesammelten Bonus sofort abrechnet und bar auszahlt, während die Kugel im Spiel bleibt. Alternativ schaltet man über die oberen Bahnen den „roten Bumper“ frei, der danach die zehnfache Punktzahl einbringt.

Der Mariner kam genau in einer Übergangsphase der Flipper-Geschichte auf den Markt und vereinte alte Tugenden mit modernen Neuerungen. 1971 war das Jahr, in dem die Hersteller begannen, von den bis dahin üblichen kleinen Flipperfingern (2 Zoll) auf die heute standardmäßigen 3-Zoll-Flipperfinger umzustellen. Der Mariner war eines der frühen Bally-Modelle, das bereits mit den größeren, modernen Fingern für eine bessere Ballkontrolle ausgestattet war.

Mystery “Catch-A-Flash” Bonus: In der Mitte des Spielfelds befindet sich ein Bonus-Feature, dessen Punktewert (von 1.000 bis 5.000 Punkte) ständig hin- und herspringt. Anders als der Name vermuten lässt, schaltet die Mechanik dahinter (Continuous Stepper Unit) den Wert nicht rein zufällig um, sondern exakt jedes Mal, wenn die Kugel irgendwo auf dem Feld einen 10-Punkte-Kontakt berührt.

Kein automatischer Bonus-Score: Ein wichtiges strategisches Element ist das Sammeln des Bonus. Er wird im regulären Spielverlauf nicht automatisch am Ende einer Kugel gezählt, sondern muss gezielt über das Collect Bonushole oder die Bonusrampe auf der rechten Seite abgeholt werden. Wenn die Kugel direkt ins Aus geht, verfällt der gesammelte Zusatzbonus im schlimmsten Fall.

Wer einen Bally Mariner besitzt, hütet meist ein mechanisches Meisterwerk. Da es sich um ein rein elektromechanisches Gerät (EM) handelt, läuft die komplette Logik über hunderte Kontakte, Relais und eine mechanische Scoremotor-Steuerung im Gehäuseboden. Er ist bei Liebhabern klassischer 70er-Jahre-Automaten wegen seines flüssigen Kugellaufes und des tollen maritimen Artworks sehr begehrt.

Mariner, Backglas
Backglas · Zoom
Mariner, Spielfeld
Spielfeld · Zoom
Mariner, Maschine
Maschine · Zoom