Bally · 1971
Firecracker

Der Bally Firecracker ist ein elektromechanischer (EM) Flipperautomat, der im Februar 1971 von der Bally auf den Markt gebracht wurde. Mit einer Produktionsauflage von 2.800 Einheiten gehört er heute zu den seltenen und gesuchten Klassikern der Flipper-Geschichte.
Das Gerät entstand durch die Zusammenarbeit zweier echter Ikonen der Automaten-Ära: Das Gameplay wurde von Harry Williams entworfen, dem weltbekannten Gründer der Williams Pinball Company. Der Firecracker ist eines von nur zwei Geräten, die er jemals exklusiv für den Konkurrenten Bally designte. Das Design stammt von dem Christian Marche.
Es ist im markanten, bunten „Pointy-People“-Stil der 1970er-Jahre gehalten und setzt das Thema Feuerwerk, Feiern und Tanzen optisch perfekt in Szene.
Der Firecracker gilt unter Sammlern als extrem unterhaltsamer 4-Spieler-Automat, der trotz einer klassischen Single-Level-Spielfläche einige sehr ungewöhnliche mechanische Kniffe bietet.Dazu gehört der „analoge Zufallsgenerator“: Im Inneren des Flippers befindet sich ein motorbetriebenes Laufrad (Spin-a-Score). Wird die Kugel in bestimmten Auswurflöchern eingelockt, rotieren 10 Lichter auf dem Spielfeld wild im Kreis, bis sie zufällig stoppen und so Punkte oder Boni vergeben. Die ratternden Relais erzeugen dabei ein Geräusch, das an das Knallen von Feuerwerkskörpern erinnert.

Bonus-Wertung: Im Gegensatz zu den meisten anderen Flippern wird der mühsam aufgebaute Bonus beim Verlust der Kugel (Ball Drain) nicht automatisch gutgeschrieben. Der Spieler muss den Bonus aktiv während des Spiels abholen, indem er die Kugel gezielt in das obere rechte Bonus-Auswurfloch schießt oder das Zufallsrad passend trifft. Wenn die Kugel ins Aus rollt, ist der bis dahin mühsam aufgebaute Bonus verloren und wird für die nächste Kugel zurückgesetzt. Um den Bonus tatsächlich als Punkte zu verbuchen, muss der Spieler die Kugel während des laufenden Spiels gezielt in das obere rechte Auswurfloch (Kick-out Hole / Bonus Saucer) befördern. Erst dann rattert das Zählwerk rückwärts gegen den Uhrzeigersinn und schreibt die Punkte live gut. Ein voller Bonusring bringt stolze 10.000 Punkte.
Spielfeld-Mechaniken: Das Gerät verfügt über drei Pop-Bumper, ein Kickback auf der linken Outlane (das die Kugel rettet) und ein mechanisches Up-Post (einen kleinen Pfosten zwischen den Flipperfingern), das durch das Treffen bestimmter Ziele hochgefahren werden kann, um das Ausrollen der Kugel in der Mitte zu verhindern.
Die gefährliche linke Außenbahn (Outlane) besitzt einen aktiven Kicker. Ist dieser beleuchtet, schießt er eine verirrte Kugel mit Wucht zurück ins Spiel.
Auf der rechten Seite befindet sich ein mechanisches Tor. Wenn die Kugel dort hindurchrollt, wird sie sicher zurück in die Abschussbahn geleitet, wodurch der Spieler eine kostenlose Chance erhält, die Kugel neu ins Spiel zu bringen.
Über die Schlagtürme (Pop Bumper) und Standard-Ziele (Standup Targets) werden nach dem Zufallsprinzip Beleuchtungen für einen Extraball oder ein Freispiel aktiviert, die dann über Treffer an bestimmten Zielen eingesammelt werden können.
Für den deutschen Markt produzierte Bally eine spezielle Exportversion. Diese zeichnete sich durch deutsche Texte auf dem Backglass (der Kopfscheibe) sowie eine angepasste Verkabelung und Modellnummer (Suffiz 895-A) aus, da Bally zu dieser Zeit in Europa extrem erfolgreich war.


