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Bally · 1969

Bally Hoo

Bally Hoo, Backglas

Der Name „Ballyhoo“ (bzw. „Bally Hoo“) hat eine enorm wichtige Bedeutung in der Geschichte der Unterhaltungsindustrie, da er eng mit der Geburtsstunde eines der bekanntesten Automatenhersteller der Welt verknüpft ist.
Der Namensursprung und die FirmengründungIm Dezember 1931 wollte der amerikanische Spielautomaten-Händler Raymond Maloney in Chicago ein eigenes, günstigeres Nadelspiel (einen Vorläufer des heutigen Flippers) auf den Markt bringen, da die Konkurrenz seine Bestellungen nicht rechtzeitig liefern konnte. Auf der Suche nach einem einprägsamen Namen sah er im Schaufenster eines Kaufhauses das damals sehr populäre humoristische Magazin „Ballyhoo“. Kurzerhand benannte er das Spiel danach. Der „Ballyhoo“-Automat (1932) wurde während der Weltwirtschaftskrise zu einem gigantischen Verkaufsschlager und verkaufte sich über 50.000 Mal. Wegen dieses überwältigenden Erfolgs benannte Maloney sein gesamtes Unternehmen einfach nach diesem ersten Spiel: Die legendäre Bally Manufacturing Corporation war geboren.
Was bedeutet das Wort überhaupt? Im englischen Sprachraum existierte das Wort „Ballyhoo“ schon vor dem Magazin und dem Automaten. Es bedeutet im übertragenen Sinne „Werberummel“, „großes Trara“ oder „Sensationsmache“ – also die lautstarke, oft übertriebene Ankündigung eines Ereignisses (wie bei einem Jahrmarkt oder Zirkus). Das Wort passte damit perfekt zu den bunten, anziehenden Spielautomaten.

Als Hommage an das allererste Erfolgsmodell von 1932 brachte Bally im Oktober 1969 einen modernen, elektromechanischen Flipperautomaten namens „Bally Hoo“ heraus. Dieser Flipper ist unter Sammlern heute ein echtes Kultobjekt und zeichnet sich durch folgende Besonderheiten aus:
Das Zirkus-Thema. Optisch dreht sich alles um die Manege. Auf dem kunstvoll gestalteten Gehäuse und dem Backglass (der Kopfscheibe) von Künstler Christian Marche sind Clowns, Akrobatinnen und typische Zirkustiere abgebildet.
Der Bally Hoo war das allererste Bally-Modell, das mit den größeren 3-Zoll-„Jumbo“-Flipperfingern statt der bis dahin üblichen 2-Zoll-Finger ausgestattet war. Zudem besaß es als erstes Gerät der Firma einen „Ball Saver Post“ – einen kleinen Stift, der bei Aktivierung zwischen den Flippern hochfuhr, um das sofortige Durchrutschen der Kugel zu verhindern. Der Bally Hoo besitzt ein asymmetrisches Spielfeld. Entworfen vom berühmten Designer Ted Zale, brach das Spielfeld mit der klassischen Symmetrie und bot viele unvorhersehbare Kurven, „Mushroom Bumper“ (Pilzkontakte) und einen trickreichen Bonus-Multiplikator. Es gibt verschlungene Wege, Kurven und ungleichmäßig verteilte Elemente auf dem Spielfeld.

Im oberen Bereich befinden sich klassische Überroll-Lanes (Rollovers) und drei Pop-Bumper (Schlagtürme), die die Kugel wild durchrütteln. Standardmäßig geben sie 1 Punkt, leuchtet die grüne Lampe, bringen sie 10 Punkte.
Die Mushroom Bumper. Bally nutzt hier die sogenannten „Pilzkontakte“. Trifft die Kugel den Fuß des Pilzes, wird sie mechanisch nach oben weggestoßen und gibt Punkte.

Das Bonus- und Multiplikator-System (Hauptziel). Das primäre Spielprinzip des Flippers basiert auf dem Aufbauen und Abkassieren eines Punkte-Bonus.
Durch das Treffen von Slingshots (den Schlagkontakten direkt über den Flipperfingern) und bestimmten Kontakten schraubt man das Punktekonto im Hintergrund hoch.
Der 10-fach Multiplikator: Ein zentrales Feature wechselt zyklisch die Beleuchtung. Trifft man ein bestimmtes Target im richtigen Moment, wird der gesammelte Bonus zufällig mit einem 10-fach-Multiplikator versehen.
Das Bonus-Loch (Bonus Hole): Der Bonus wird nicht automatisch am Ende des Balls gezählt. Man muss die Kugel gezielt in das dafür vorgesehene Auswurfloch (Kick-out Hole) stecken. Erst dann wird der (evtl. multiplizierte) Bonus auf das Hauptkonto gutgeschrieben und der Multiplikator für den aktuellen Ball zurückgesetzt.

Kick-out Holes & Extra-Ball
Es gibt mehrere Auswurflöcher auf dem Spielfeld. Je nachdem, welche Lampen gerade aktiv sind, bringen diese Löcher direkt 100 bis 500 Punkte. Wenn die Kugel in der Abschussgasse (Shooter Lane) liegt und das entsprechende Licht leuchtet, kann über einen gezielten Schuss auch ein Extra-Ball (Freispiel-Kugel) ergattert werden.

Der „Ball Saver Post“ (Zentraler Rettungsstift)Bally Hoo war der allererste Flipper von Bally, der einen mechanischen Center Post besaß. Wenn bestimmte Bedingungen auf dem Spielfeld erfüllt werden, fährt zwischen den beiden weit auseinanderliegenden Flipperfingern ein kleiner Metallstift aus dem Holz hoch. Dieser blockiert die Mitte und verhindert eine Zeit lang, dass die Kugel direkt ins Aus rollt.

Bally Hoo, Backglas
Backglas · Zoom
Bally Hoo, Spielfeld
Spielfeld · Zoom
Bally Hoo, Maschine
Maschine · Zoom