Flipper → Bally

Bally · 1972

Nip-It

Nip-It, Backglas

Der Bally Nip-It aus dem Jahr 1973 ist ein elektromechanischer Flipperautomat, der von Ted Zale entworfen und mit farbenfrohen Grafiken des Künstlers Dick White gestaltet wurde. Das Gerät erlangte unter Sammlern Kultstatus, da es einen historischen Meilenstein in der Flipper-Evolution markiert und eine prominente Rolle in der Popkultur spielte.

insgesamt wurden 4.580 Flipper dieses Modells produziert.

Der Nip-It war das letzte elektromechanische Gerät von Bally mit den berühmten Zipper-Flippern. Bei diesem Mechanismus bewegen sich die Flipperfinger mechanisch zusammen, um die Lücke in der Mitte komplett zu schließen. So wird verhindert, dass die Kugel ins Aus rollt. Aktiviert wird dieses Feature durch das Treffen des zentralen, gelb-schwarzen „Mushroom-Bumpers“.

Der „Ballygator“ (Alligator-Greifer): Das absolute Highlight des Spielfelds ist ein physischer Fangarm im oberen Bereich, der dem Flipper seinen Namen gab (Nip it = „Zwick es“ / „Schnapp es dir“). Spieler können über einen zusätzlichen Knopf auf der rechten Gehäuseseite im richtigen Moment einen Greifer aktivieren, um die Kugel von der Unterseite der Plastikabdeckung zu schnappen. Dies bringt 1.000 Punkte, die Chance auf Bonus-Multiplikatoren sowie die Möglichkeit, einen 2-Kugel-Multiball zu starten.

Unter dem Spielfeld sitzt ein vertikaler Plungermechanismus mit einer Spule. Wird der Gator-Knopf gedrückt, drückt die Mechanik einen gebogenen Metallhaken (den “Shepherd Hook”) leicht nach oben über die Höhe der Flipperkugel. Gleichzeitig zieht die Mechanik diesen Haken in einer rasanten horizontalen Bewegung nach hinten.
Wird der Knopf im exakten Moment gedrückt, wenn die Kugel aus dem oberen Auswurfloch (Saucer) nach rechts rollt, „snappt“ der Haken über die Kugel und reißt sie physisch in die spezielle, rechte Punkte-Gasse (Gator Lane). Zusatzfunktion als Schläger: Drückt man den Knopf absichtlich zu früh (bevor die Kugel den Haken passiert hat), schlägt die ausfahrende Metallstange gegen die Kugel und schleudert sie wie ein kleiner Flipperfinger nach links weg. Erfahrene Spieler nutzen dies taktisch, um die Flugbahn der Kugel zu verändern, wenn sie den Greifer ohnehin verfehlen würde.

In der frühen Testphase hatte der Nip-It einen dreidimensionalen, gegossenen Kunststoff-Alligator über dem Grabber, der aus dem Schilf heraussprang. Da dieses Plastikteil im harten Kneipenalltag jedoch ständig zerbrach, stellte Bally die Produktion schnell auf eine robustere, flache Metallstange um. Der Alligator wurde stattdessen nur noch auf das Spielfeldplastik aufgedruckt. Geräte mit dem originalen Kunststoff-Alligator sind heute extrem selten und gesucht.

Eine der charmantesten Anekdoten rund um den Nip-It ist sein Auftritt in der Kult-US-Sitcom „Happy Days“. Der Automat stand dort als Requisite in Arnold’s Diner – dem zentralen Treffpunkt der Charaktere um den legendären „Fonzie“. Dabei nahmen es die Requisitenmeister mit der historischen Genauigkeit nicht ganz so ernst: Obwohl Happy Days in den 1950er-Jahren spielt, handelte es sich beim Nip-It um ein Gerät von 1973. Dennoch trug die Serie massiv zum Wiedererkennungswert und zum heutigen nostalgischen Wert des Automaten bei.

Nip-It, Backglas
Backglas · Zoom
Nip-It, Spielfeld
Spielfeld · Zoom
Nip-It, Maschine
Maschine · Zoom