Williams · 1981
Jungle Lord

Der Williams Jungle Lord ist ein Flipperautomat, der im Februar 1981 von Williams Electronics auf den Markt gebracht wurde. Das Gerät basiert auf der damals innovativen Williams System 7 Plattform und zeichnet sich durch sein markantes Dschungel- und Tarzan-Fantasy-Thema aus. Insgesamt wurden 6.000 Einheiten produziert.
Der Flipper wurde in einer goldenen Ära der Flipperindustrie entwickelt, in der Williams begann, mit mehrstöckigen Spielfeldern zu experimentieren. Jungle Lord war nach dem berühmten Black Knight das zweite Modell von Williams, das ein Split-Level-Spielfeld (zwei Spielebenen) besaß.
Das kreative Team hinter dem Automaten besteht aus namhaften Ikonen der Flipperszene:
Design: Barry Oursler (bekannt für Klassiker wie Gorgar oder Space Shuttle).
Software/Programmierung: Larry DeMar und Paul Dussault.
Artwork: Constantino und Jeanine Mitchell.
Obwohl der Flipper oft im Schatten des Black Knight stand, gilt das Regelwerk des Jungle Lord unter Enthusiasten als spielerisch anspruchsvoller und tiefgründiger.
4 Flipperfinger: Aufgeteilt auf die untere und obere Spielfläche.
Zwei-Ebenen-Spielfeld: Es gibt drei verschiedene Wege, um auf die obere Ebene zu gelangen.
Mini-Bagatelle (Pachinko-Kammer): Oben links befindet sich eine kleine Kammer, in der die Kugel wie bei einem Pachinko-Spiel durch Pins geleitet wird, um die Buchstaben L-O-R-D zu sammeln.
Magna-Save (Kugelrettung): An beiden Außenbahnen (Outlanes) befinden sich vom Spieler per Extra-Knopf aktivierbare Elektromagnete. Anders als beim Black Knight läuft hier kein starrer Timer ab; stattdessen lädt man die Magnet-Zeit auf, indem man Drop-Targets trifft.
Double Trouble & Multiplikatoren: Das Spiel besitzt zwei 3er-Drop-Target-Bänke und eine 5er-Target-Bank. Durch bestimmte Kombinationen lässt sich ein extrem hoher Multiplikator von bis zu 10x erzielen, was für die damalige Zeit außergewöhnlich viel war.
Timed Multiball: Der 2-Ball-Multiball ist zeitgesteuert, kann jedoch durch geschickte Treffer während des Modus wieder verlängert bzw. neu gestartet werden.
Sprachausgabe: Der Automat nutzt frühe elektronische Sound- und Sprachchips, um den Dschungel-Stil atmosphärisch zu untermalen.
Heute gilt der Jungle Lord auf Online-Plattformen wie dem Internet Pinball Database Profile als gesuchter Kult-Klassiker der frühen 80er-Jahre.
Der Designer Barry Oursler stand bei der Entwicklung unter massivem Druck. Black Knight hatte sich fast 12.000 Mal verkauft – Jungle Lord schaffte exakt die Hälfte (6.000 Einheiten). Viele Aufsteller empfanden das Dschungel-Spiel anfangs als “zu langsam” im Vergleich zum rasanten Ritter-Flipper.
Oursler baute deshalb absichtlich keine Pop-Bumper (Schlagtürme) in das untere Spielfeld ein. Das war extrem ungewöhnlich für die damalige Zeit. Er wollte, dass die Kugel kontrollierter läuft und die Spieler gezwungen sind, präzise Schüsse auf die Drop-Targets zu setzen, anstatt sich auf das unberechenbare Abprallen an Bumpern zu verlassen.


