Flipper → Williams

Williams · 1979

Tri Zone

Tri Zone, Backglas

Der Williams Tri Zone ist ein klassischer Solid-State (SS) Flipperautomat, der am 30. Juli 1979 von Williams Electronics auf den Markt gebracht wurde. Mit seinem farbenfrohen, futuristischen Weltraum- und Fantasy-Thema (“New dimension in futuristic fantasy!”) spiegelt er perfekt den zeitgenössischen Science-Fiction-Boom der späten 70er Jahre wider. Insgesamt wurden 7.250 Einheiten dieses Modells produziert.

Der Flipper markiert das Ende einer Ära. Es war die letzte Flipper-Arbeit des berühmten Künstlers Christian Marche, bevor dieser in seine Heimat Frankreich zurückkehrte. Marche war in der Flipper-Welt extrem bekannt (und kontrovers) für seinen kantigen, geometrischen Zeichenstil mit langgezogenen Figuren, von Sammlern oft liebevoll „Pointy People“ genannt. Während das eigentliche Spielfeld-Design von einigen Spielern als etwas schlicht empfunden wird, gilt das verspiegelte Backglass (die Kopfscheibe) im psychedelischen 70er-Jahre-Look als optisches Highlight.

Der Tri Zone bietet ein schnelles, schnörkelloses und sehr fähigkeitsorientiertes Gameplay. Da es keine modernen Features wie Multiball oder Rampen gibt, liegt der Fokus ganz auf präzisen Schüssen:

Buchstabieren von „T-R-I“: Die Buchstaben werden über verschiedene Bahnen und Rollover-Gassen auf dem oberen Spielfeld gesammelt. Das Komplettieren schaltet hohe Punktwerte frei.

Buchstabieren von „Z-O-N-E“: Hierfür müssen die vier Drop Targets (Fallziele) getroffen werden. Trifft man die Ziele in der richtigen Reihenfolge, während sie blinken, winken satte 10.000 Punkte. Das Abschließen des gesamten Wortes erhöht den Bonus-Multiplikator und beleuchtet den Spinner sowie das obere Eject-Hole für massive Punkte.

Bonus-Multiplikator: Über die oberen Gassen „A“ und „B“ lässt sich der Bonus-Multiplikator schrittweise bis auf 5x hochtreiben.

Im Jahr 1979 herrschte in den Williams-Werkhallen ein kreativer Rausch. Nur wenige Monate nach dem Tri Zone brachte Williams im Dezember 1979 den Automaten Gorgar auf den Markt – den allerersten Flipper mit echter Sprachausgabe.
Dieser technologische Sprung war so gewaltig, dass der traditionellere Tri Zone schlagartig alt aussah. Aufsteller und Händler wollten unbedingt die neuen sprechenden Automaten haben. Aufstrebende Arcade-Betreiber berichteten später schmunzelnd, dass man fabrikneue, ungespielte Tri Zone-Modelle als sogenannte „Closeouts“ (Lagerabverkäufe) teilweise für einen Spottpreis von nur knapp 13 Dollar hinterhergeschmissen bekam, weil Williams Platz in den Lagern für den Kassenschlager Gorgar brauchte.

Wer sich das Gehäuse und das Backglass genau ansieht, erkennt das Lebensgefühl von 1979. Nach dem überwältigenden Erfolg von Star Wars (1977) musste plötzlich jeder Automat nach Weltraum und Zukunft aussehen.

Auf dem Gehäuse sind Charaktere in futuristischen Overalls und schwebenden Jets zu sehen.

Das Besondere am Backglass des Tri Zone ist der echte Spiegeleffekt (Mirrored Backglass). Das transparente Glas wechselt sich mit reflektierenden Chrom-Flächen ab. In Kombination mit den damals neuartigen, flackernden Computer-Anzeigen erzeugte dies in den abgedunkelten Kneipen und Spielhallen eine regelrechte Science-Fiction-Atmosphäre.

In der Software des Flippers, programmiert von Paul Dussault, versteckt sich ein charmanter, simpler Code-Kniff: Das obere Eject-Hole (Kick-out Hole) wird im Spielverlauf und in alten Service-Unterlagen scherzhaft als „Mr. Hole“ betitelt. Schafft es ein Spieler, die Kugel immer wieder über die obere, versteckte Einweg-Gasse (One-Way Lane) zu jagen, klettert der sogenannte „Try-Zähler“ schrittweise nach oben. Sobald man das Maximum von 10 „Trys“ erreicht hat, fängt „Mr. Hole“ wild an zu blinken und belohnt einen perfekten Schuss mit satten 10.000 Punkten.

Tri Zone, Backglas
Backglas · Zoom
Tri Zone, Spielfeld
Spielfeld · Zoom
Tri Zone, Maschine
Maschine · Zoom